Assistenzhunde-Zertifizierung in Deutschland ist blockiert

Die Einführung der AHundV hat zu einer unerwarteten Blockade geführt, die eine bundesweite Zertifizierung von Assistenzhunden derzeit unmöglich macht, obwohl die Verordnung einheitliche Standards schaffen sollte

Der aktuelle Stand

Der aktuelle Stand der Assistenzhunde-Zertifizierung in Deutschland ist blockiert: Seit dem 30. Juni 2024 können keine neuen staatlichen Prüfungen mehr abgenommen werden, weil die notwendige übergeordnete Zertifizierungsstelle für Ausbildungsstätten fehlt, die durch die Assistenzhundeverordnung (AHundV) von 2023 gefordert wird. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) arbeitet an Lösungen, aber eine offizielle Übergangslösung ist noch unklar, sodass aktuell keine neuen Teams zertifiziert werden können, was eine erhebliche Bürokratiehürde darstellt.

Hintergrund:

AHundV: Die Verordnung von 2023 sollte die Ausbildung vereinheitlichen und die bundesweite Anerkennung fördern, indem sie nur noch zertifizierte Ausbildungsstätten zulässt.

Das Problem: Es gibt jedoch keine Stelle, die diese Ausbildungsstätten akkreditieren darf, wodurch der gesamte Prozess ins Stocken geraten ist.

Auslaufende Übergangsfrist: Eine Übergangsfrist, die Prüfungen nach altem System erlaubte, endete am 30. Juni 2024, wodurch die Zertifizierung nun faktisch ausgesetzt ist. 

Aktuelle Situation:

Keine neuen Prüfungen: Neue Assistenzhunde können derzeit nicht staatlich geprüft und zertifiziert werden, was ihre Mitnahmeberechtigung in der Öffentlichkeit einschränkt.

Arbeit am Problem: Das BMAS sucht nach Lösungen, um die Strukturen für die Zertifizierung zu schaffen, aber der Zeitplan ist ungewiss.

Bestandsschutz (eingeschränkt): Hunde, die bis zum Stichtag 30.06.2024 erfolgreich geprüft wurden, fallen unter die Anerkennungsregelungen (Ausweis, Abzeichen), aber auch hier wird auf die weiteren Schritte gewartet.

Betroffene Teams: Viele Mensch-Assistenzhund-Teams müssen weiterhin um Erlaubnis bitten, da ihnen der offizielle Nachweis fehlt. 

Einführung der AHundV führt zu unerwarteten Blockade

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Einführung der AHundV hat zu einer unerwarteten Blockade geführt, die eine bundesweite Zertifizierung von Assistenzhunden derzeit unmöglich macht, obwohl die Verordnung einheitliche Standards schaffen sollte. 

Assistenzhunde Ausbildung von Bonnie

Bonne ist derzeit in der Assistenzhunde Ausbildung bei Tanja von Nethen (Hundeschule „Seite an Seite ins Leben“ Oldenburg) und in dem Förderprogramm des BMAS „Modellvorhaben zur Förderung von Mensch – Assistenzhund- Gemeinschaften (MAG)“. Aller Voraussicht nach wird die Ausbildung  Mitte diesen Jahres abgeschlossen sein. Leider gibt es derzeit keine zertifizierten Prüfer zur Abnahme beziehungsweise Zertifizierung meines Hundes als Assistenzhund. 

Dadurch kann Bonnie mich nicht voll umfänglich unterstützen und die ihr zu gedachten Aufgaben wahrnehmen. Für mich und viele weitere Betroffene ist das eine katastrophale Situation. Tägliche Herausforderung wie zum Beispiel der Gang zum Arzt, der Einkauf im Lebensmittelgeschäft oder aber auch ein Aufenthalt in der Klinik sind so (Status: Assistenzhund in Ausbildung) nur ohne den Hund oder mit Zustimmung der entsprechenden Instanzen möglich.

Da derzeit keine Übergangsregelung möglich ist, ist eine praktikable und zeitnahe Regelung unbedingt nötig. 

An dieser Stelle möchte ich nochmals sehr deutlich machen:  Wir brauchen die Assistenzhunde als Helfer im Alltag jetzt!  

Auf geht´s… 

Schreiben Sie einen Kommentar

Beitrag teilen:

Weitere Artikel

Jahresausklang im PingPongParkinson Stützpunkt Oldenburg

Ein besonderes Jahresausklang-Event der PingPongParkinson-Gruppe des Hundsmühler TV fand am 29. Dezember 2025 statt. Unter Schirmherrschaft des Bürgermeisters der Gemeinde Wardenburg kamen Parkinson-Betroffene, deren Angehörige und zahlreiche Gäste zu zwei Tischtennis-Turnieren zusammen.

Read More »